Kostenübernahme der Brustkrebsvorsorge durch die Krankenkassen

30.03.2012

Brustkrebs ist heutzutage bei Frauen die häufigste tumorbedingte Todesursache. Dennoch hat sich in der Früherkennung und der Behandlung von Brustkrebs in den letzten Jahren viel verbessert und die Überlebenschancen erkrankter Frauen haben sich dadurch stark erhöht.

Für junge Frauen

Um den Brustkrebs möglichst frühzeitig zu erkennen, sollten Sie bereits in jungen Jahren anfangen, regelmäßig ihre Brust einer Selbstuntersuchung zu unterziehen. Des Weiteren können Sie, im Rahmen der gynäkologischen Untersuchung, eine jährliche Abtastung der Brüste durch den behandelnden Frauenarzt durchführen lassen.

Für Frauen ab 30

Ab dem 30. Lebensjahr werden zusätzlich durch die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten eines jährlichen Screening der Brust, die sogenannte Mammographie, übernommen. Hierbei handelt es sich um eine sehr genaue und strahlungsarme Röntgenuntersuchung der Brust. Durch eine Mammografie können bereits kleinste Gewebeveränderungen festgestellt werden, die beim Abtasten noch nicht zu fühlen sind.
Insbesondere Frauen, die ein erhöhtes Risiko haben, an Brustkrebs zu erkranken, sollten diese Art der Früherkennung durchführen lassen.

Besteht bereits Brustkrebsverdacht, kommen noch weitere Untersuchungsmöglichkeiten, wie Magnetresonanztomografie (MRT) oder Ultraschall, in Betracht, um die Diagnose zu erhärten. Selbstverständlich werden die Kosten dieser Verfahren durch die gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

In einem solchen Magnetresonanztomograph wird die Magnetresonanztomografie (MRT) erstellt.
In einem solchen magnetresonanztomograph wird die Magnetresonanztomografie (MRT) erstellt.

Möchten Sie jedoch lediglich die Unannehmlichkeiten einer Mammografie umgehen und aus diesem Grund eine Ultraschalluntersuchung der Brust vornehmen lassen, übernehmen die Krankenkassen die Kosten nicht. Sie können die Kosten dieser Untersuchung jedoch in Form einer individuellen Gesundheitsleistung selbst bezahlen. Unter Umständen gibt es private Krankenversicherungen, die diese Kosten übernehmen.

MRT statt Mammografie

Bei jungen Frauen, die zur Risikogruppe gehören, ist es sinnvoller, statt der Mammografie ein MRT vornehmen zu lassen. Dies verhindert, dass das bereits erhöhte Risiko einer Brustkrebserkrankung noch durch die Röntgenstrahlen der Mammografie erhöht wird. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten jedoch nur, wenn bestimmte Indikatoren vorliegen. Diese müssen durch den behandelnden Arzt zuvor schriftlich festgehalten werden.

Thermografie

Eine weitere Methode der Brustkrebsfrüherkennung ist die Thermografie. Hierbei wird ein Tumor aufgrund seiner erhöhten Wärmeabstrahlung festgestellt. Da dieses Verfahren jedoch sehr ungenau ist, erfolgt keine Kostenübernahme durch die Krankenkassen.

Risikofaktoren

Die wichtigsten Faktoren, die das Risiko einer Brustkrebserkrankung erhöhen sind:

  • fortgeschrittenes Alter
  • längerfristige Hormonbehandlung
  • familiäre Vorbelastung
  • Beginn der Periode vor dem 11. Lebensjahr
  • späte oder gar keine Erstgeburt.

Sollten Sie aufgrund der genannten Faktoren zur Risikogruppe gehören, lassen Sie sich ausführlich durch Ihren Frauenarzt beraten welche Art der Brustkrebsvorsorge für sie sinnvoll und am wenigsten belastend ist.