Keine Gutscheine für Brustvergrößerungen mehr

06.09.2011

Schlechte Nachrichten für Groupon und andere Gutscheinportale: Ärzte und andere Berufsgruppen wie Hotels und Fahrschulen sollen hier bald keine Gutscheine mehr unters Volk bringen dürfen.

Laut Wettbewerbszentrale sind Rabatte für Brust-Operationen grundsätzlich wettbewerbswidrig. Neben Brustvergrößerungen werden im Internet auch Gutscheine mit bis zu 70% Erlass für Behandlungen mit Botox, Zahnaufhellungen und Lasiken angeboten.

Während die meisten Ärzte zeitnah eine Unterlassungserklärung abgegeben haben, hat sich die Medical Beauty Clinic aus Berlin von den Wettbewerbshütern nicht dazu bringen lassen ihre Werbung für Brustvergrößerungen zum Schleuderpreis einzustellen. Gegenüber dem Magazin HORIZONT ließ Christiane Köber, Mitglied der Geschäftsführung der Wettbewerbszentrale, verlauten, dass eine Einstweilige Verfügung zum sofortigen Stopp dieser Werbung beantragt wurde. Sie sagte dazu:
Ärzte sind an die Gebührenordnung gebunden und dürfen grundsätzlich vorab keine Rabatte und Pauschalpreise ausloben.

Insbesondere müssen sich Ärzte laut Köber bei der Preisfindung Kriterien wie Zeitaufwand und Komplexität der Behandlung orientieren. Vorab Preise und Rabatte festzulegen ist in der Gebührenordnung nicht vorgesehen.

Der Stein des Anstoßes

Diese Werbung mit dem Slogan "Sinnlich, sexy und selbstbewusst - Brustvergrößerung inklusive Beratungsgespräch und Nachbehandlung in der Medical Beauty Clinic Berlin für 2.999 statt 6.500 ?" stoß den Wettbewerbshütern besonders auf. Ein Gutschein für eine Brustvergrößerung von der Medical Beauty Clinic aus Berlin auf Groupon. Bildquelle: groupon.de

Das Verhalten der Wettbewerbszentrale ist eine Reaktion auf die stark gestiegene Anzahl von Beschwerden über Verstöße gegen ärztliche Gebührenordnungen in diesem Jahr.