Dread Disease Versicherung gegen Krebs

18.08.2012

Eine schwere Erkrankung wie Krebs verändert das Leben von einem Tag auf den anderen auf dramatische Weise. Sie kann für eine ganze Familie existenzbedrohend werden, weil zum Beispiel das Einkommen des Hauptverdieners wegfällt, oder vielleicht zusätzlich zum Verdienstausfall noch Behandlungskosten anfallen. Und auch bei einem günstigen Krankheitsverlauf ist es möglich, dass die Berufsfähigkeit nicht in vollem Umfang wieder erlangt wird und dauerhaft finanzielle Einbußen bis in die Rentenzeit entstehen. Es ist verständlich, sich und Angehörige dagegen absichern zu wollen. In diesem Zusammenhang werden immer wieder Dread Disease-Versicherungen genannt. Doch ist das die beste Lösung?

Begriffsklärung

Der Ausdruck Dread Disease lässt sich mit gefürchtete Krankheit übersetzen. Eine Dread Disease-Versicherung deckt also das finanzielle Risiko ab, was durch eine schwere Erkrankung, wie Krebs, entstehen kann. Es handelt sich hierbei um eine relativ neue Form der Versicherung, die 1983 in Südafrika erstmals angeboten wurde, sich über den angloamerikanischen Raum weiter verbreitet hat und in Deutschland seit 1993 verfügbar ist.

Dem Wesen nach ist die Dread Disease-Versicherung eine Personenversicherung. Sie wird jedoch nicht nur von Privatpersonen, sondern auch von Unternehmen nachgefragt, die damit die Kosten für den Ausfall kostenintensiver Führungskräfte abdecken. Die Höhe der Prämie ist wie bei Lebens- oder Krankenversicherung abhängig von verschiedenen biometrischen Faktoren wie Alter oder möglichen Vorerkrankungen. Bei Eintritt des versicherten Risikos - in diesem Fall der Diagnose eine der eingeschlossenen Krankheiten - wird die in der Versicherungspolice festgelegte Summe ausgezahlt. Die Leistung erfolgt einmalig, und nicht wie beispielsweise eine Rente, in regelmäßigen Abständen über einen längeren Zeitraum. Das gilt auch, wenn der Versicherte wieder völlig gesund wird.

Eine Patientin während ihrer Chematherapie
Ohne finanzielle Sorgen sinken die psychischen Belastungen einer Chemotherapie.
(Foto: Jenny Mealing, flickr)

Vorteile

Wenn beim Versicherungsnehmer eine der im Vertrag eingeschlossenen Krankheiten diagnostiziert wird, erfolgt die Auszahlung zeitnah und ohne zeitaufwendige Prüfungsverfahren, weil die Leistungskriterien klar definiert sind. Die Tatsache, dass dann auf einmal eine größere Summe Geld zur Verfügung steht, ermöglicht dem Betroffenen, die Zukunft ein Stück sorgenfreier zu gestalten. So können zum Beispiel zusätzliche Behandlungsmöglichkeiten genutzt werden, die den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen können. Oder eine noch nicht völlig abbezahlte Immobilie kann ausgelöst werden, wodurch die laufenden Kosten auf einmal drastisch reduziert werden. Es ist auch möglich, das Geld anzulegen und damit zukünftige Einkommenseinbußen auszugleichen. Der Kranke kann sich so voll darauf konzentrieren, gesund zu werden - was die Lebensqualität in dieser schwierigen Situation erheblich verbessert.

Nachteile

Eine Dread Disease-Versicherung zahlt nur in dem Fall, dass eine der in der Police eingeschlossenen Krankheiten vorliegt. Jede andere Krankheit ist nicht abgesichert.

Gerade, wenn es durch eine Krankheit zu einer Berufsunfähigkeit und damit zu einer dauerhaften Minderung des Einkommens, nicht aber zu einer verkürzten Lebenserwartung kommt, ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung, die lebenslang eine Invalidenrente zahlt, vielleicht sinnvoller. Diese tritt nach jeder Krankheit,auch Krebs, oder Unfall ein, die Berufsunfähigkeit zur Folge haben, und macht keinen Unterschied hinsichtlich der Ursache. Sie ist allerdings auch ziemlich teuer.

In diesem Fall, und auch, wenn im versicherten Zeitraum keine schwere Erkrankung eintritt, besteht die Gefahr, über einen langen Zeitraum Geld in eine Versicherung eingezahlt zu haben, ohne jemals eine Gegenleistung dafür zu erhalten. Es gilt also, so genau wie möglich abzuschätzen, inwiefern es sich lohnt, dieses finanzielle Risiko einzugehen, denn über die Jahre kann hier natürlich ein ansehnlicher Betrag zusammenkommen.

Fazit

Der Abschluss einer Dread Disease-Versicherung kann vor allem sinnvoll sein für Personen, die zum Beispiel wegen ihrer Tätigkeit in einer der als besonders gefährdet eingestuften Berufsgruppen keine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen können. So ist zumindest eine gewisse Vorsorge gegeben. Das Gleiche gilt in Fällen, in denen eine Berufsunfähigkeitsversicherung aus anderen Gründen extrem teuer wäre.