Ursachen und Risikofaktoren

Genetische Risikofaktoren

Nur 5% aller Brustkrebserkrankungen sind erblich bedingt. Definierte, krankheitsverursachende Mutationen findet man bei einer von 500 Frauen. Häufiger kommt es zu genetischen Veränderungen die die Empfänglichkeit für äußere Faktoren (auch Suszeptibilität genannt) deutlich häufiger vor.

Das höchste Risiko geht von den so genannten Breast-Cancer-Genen BRCA1 und BRCA2 aus. Liegen an diesen Genen Mutationen vor ist die Trägerin in der höchsten Risikogruppe für erblichen Brustkrebs.

Wahrscheinlichkeit an Brustkrebs zu erkranken
  • 65% für BRCA1
  • 45% für BRCA2

Autosomal rezessiv werden die Mutationen im Tumorsuppressorgen 953 vererbt. Weitere Genveränderungen die ein hohes Krebsrisiko mit sich bringen sind PTEN,STK11 und CHH1. Genaue Daten über deren Vorkommen und die Auswirkung auf das Krebsrisiko sind jedoch nicht bekannt.

Eine geringe Risikosteigerung geht von den folgenden Genen aus: ATM, CHK2 und BRIP1.

Alles in allem lassen sich nur knapp 5% aller Brustkrebsfälle auf Genveränderungen mit mittlerem bis hohem Risiko zurückführen.

Deutlich häufiger sind Allelveränderungen mit geringer Penetranz anzutreffen. Diese erhöhen das Risiko an Brsutkrebs zu erkranken maximal auf das

  • 1,25-fache (heterozygot)
  • 1,65-fache (homozygot)

Die wichtigsten Vertreter dieser Gattung sind an FGFR2 und dem Chromosom 2q anzutreffen. Nach aktuellen Schätzungen liegt haben diese Mutationen bei 58% aller Brustkrebsfälle ihre Hände im Spiel.

Statistisch gesehen steigt die Wahrscheinlichkeit selbst an Brustkrebs zu erkranken ab zwei Krankheitsfällen in der direkten Verwandtschaft. Für Familien in denen es vermehrt zu Brust- oder Eierstockkrebs gekommen ist eine tumorgenetische Beratung empfohlen, wie sie zum Beispiel die Deutsche Krebshilfe e.V vermitteln kann.

Für Frauen mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit, auch Prädisposition genannt, an Mammakarzinom zu erkranken besteht die Möglichkeit eine beidseitige prophylaktische Mastektomie, also eine Amputation beider Brüste durchführen zu lassen. Ebenfalls angeboten werden Eierstockentfernungen. Diese führt zu einer teilweise verminderten Östrogenproduktion welche die Gefahr einer Krebserkrankung um 50 bis 70% verringern soll (für Familien mit erhöhtem Risiko).

Hormonelle Faktoren

Wie andere weibliche Körperzellen auch tragen Tumorzellen Rezeptoren für die Sexualhormone Estrogen und Gestagen in sich. Diese Hormone haben einen großen Einfluss auf das Wachstum derMammakarzinome.

Werden in den Wechseljahren Medikamente mit Östrogen oderProgesteron gegen die auftretenden Beschwerden eingenommen steigt das Risiko einer Brustkrebserkrankung um bis zu 45%.

Grundsätzlich erhöht ist das Risiko für Frauen mit früher erster Regelblutung in der Pubertät (Menarche) und spätem Ende der Menstruation (Menopause).

Ein um 30% verringertes Risiko haben Frauen die früh Kinder bekommen und lange Stillen gegenüber kinderlosen Frauen.

Der Einfluss der Pille auf das Risiko ist noch nicht ganz geklärt. In Abhängigkeit von Substanz und Dosis konnten aber schon Risikosteigerungen um 20 bis 40% festgestellt werden.

Darüber, dass ein Schwangerschaftsabbruch keine Auswirkung auf das Erkrankungsrisiko hat ist sich die Fachwelt einig. Zu diesem Thema gab es zwischen 1990 und 2006 mehrere große Studien in 16 Ländern mit Daten von je bis zu 100.000 Frauen.

Widersprüchliche Ergebnisse haben Untersuchungen mit Phytoöstrogenen zu Tage gefördert. Phytoöstrogene sindsind Pflanzeninhaltsstoffe mit niedrigem Östrogengehalt. Je nach Studie ist hat eine spezielle Ernährung mit vielen Phytoöstrogenen (z.B. auf Basis von Soja, Leinensamen, Hülsenfrüchten oder Getreide) positive oder negative Auswirkungen auf das Brustkrebsrisiko.

Weitere Faktoren

Neben den genetischen und hormonellen Faktoren können auch die äußeren Lebensumstände Einfluss auf das Brsutkrebsrisiko haben.

Während das Risiko bei Frauen die in jungen Jahren ironisierender Strahlung ausgesetzt waren steigt haben Mammographie-Untersuchungen bei Frauen über 40 keinen nennenswerten Einfluss mehr.

Auch das Körpergewicht und Drogenkonsum spielen eine Rolle.

  • Adipositas, Fettleibigkeit +250%
  • Starkes Rauchen über mehrere Jahre +30%
  • Konsum von mindestens 20g Alkohol pro Tag +30%

Nicht geklärt ist der Einfluss von Sonnen-, und somit Vitamin-D Mangel. Ein Zusammenhang für nicht nur für Mammakarzinom sondern auch für Prostatakrebs, Dickdarmkrebs, Ovarialkrebs, Melanome und Blasenkrebs vermutet. Bekannt ist bisher aber nur, dass ältere Frauen die Vitamin-D und Calcium Präparate zur Vorbeugung von Knochenbrüchen zu sich nehmen ein stark gemindertes Krebsrisiko haben.

Reine Legenden sind der Einfluss von Infektionen, Brustimplantaten und Büstenhaltern.