Früherkennung & Vorsorge

Aktuell werden zwischen 80 und 90% aller Knoten im Brustbereich von den Patientent selbst zufällig entdeckt. Solche ertast- oder sogar sichtbaren Tumore sind bereits fortgeschritten und haben meist schlechte Prognosen. Durch eine konsequente Früherkennung von noch nicht tastbaren Tumoren könnte die Sterblichkeitsrate um vermutlich 1/4el gesenkt werden. Dabei kann die Früherkennung sowohl durch systematische Selbstuntersuchungen als auch durch eine Screening-Mammographie durchgeführt werden.

Selbstuntersuchungen

Bei der Selbstuntersuchung tasten sich die Frauen etwa 5 bis 7 Tage nach Einsetzen ihrer Regelblutung nach einem bestimmten Muster ab.

Für die Selbstabtastung

Doch die Selbstabtastung ist nicht unumstritten. Mediziner in Deutschland empfehlen die Untersuchung, da sie für ein besseres Bewusst sein für das Risiko bei den Patienten sorgt. Frauen, die sich bereits in jungen Jahren selbst abgetastet haben, gehen später auch regelmäßig zur ärztlichen Vorsorge, so zumindest in der Theorie.

Selbstabtastungskritiker

Die Kritiker hingehen sagen, dass ein fehlender Tastbefund nicht bedeutet, dass keine Tumorerkrankung vorliegt und umgekehrt nur einer von zwölf selbst ertasteten Knoten bösartig ist. Auch führten viele Studien zu dem Ergebnis, dass flächendeckende Selbstabtastungen nicht zu einer Senkung der Sterblichkeitsrate führen. Auf Grund dieser Datenlage wird zum Beispiel in Kanada von der Task Force on Preventive Health Services von einer Förderung Selbstuntersuchungen abgeraten weil die Ergebnisse zu fehlerhaft sein.

Viele Institute, wie etwa die amerikanische Preventive Services Task Force (USPSTF) umgehen das Problem, in dem sie gar keine Empfehlung für oder gegen Selbstuntersuchungen abgeben.

Ärztliche Krebsvorsorge

Da für eine ärztliche Tastuntersuchung die gleichen Einschränkungen und Unsicherheiten wie für eine Selbstuntersuchung gelten ist zusätzlich eine klinische Untersuchung Teil des gesetzlichen Krebs-Frühuntersuchungsprogramms für Frauen ab 30.

Verfahren

Mammographie

Das einzige allgemein anerkannte Verwahrung welches zur Früherkennung von Karzinomen und Karzinomvorstufen geeignet ist, ist die Röntgen-Mammographie.

Mamma-Kernspintomographie

Die Mamma-Kernspintomographie ist vermutlich noch effektiver, jedoch extrem teuer und wird daher nicht für Massenscreening der regelmäßigen Vorsorgekontrollen eingesetzt.

Computerauswertungen

Die so genannte Computer Assisted Detection, kurz CAD, soll dem Radiologen bei der Auswerten der Mammographien unter die Arme greifen. Studien aus den USA und den Niederlanden sind jedoch zu dem Ergebnis gekommen, dass die zur Zeit auf dem Markt verfügbaren Technologien nicht geeignet sind die Erkennungsrate zu verbessern.

In Deutschland wird daher die Doppelbefundung, für die immer zwei Ärzte benötigt werden, eingesetzt. Sollte es zu Auffäligkeiten kommen wird zusätzlich ein dritter Arzt hinzugezogen.

Probleme bei dichtem Drüsengewebe

Bei Frauen mit dichtem Drüsengewebe stößt die Mammographie an ihre Grenzen, da die Screenings nur noch bedingt aussagekräftig sind. Je nach dichte des Drüsengewebes können bis zu 50% der Brust nicht mehr mammographisch erfasst werden.

Sollte im Mammogramm ein solcher Fall von dichtem Gewebe auffallen wird den, vornehmlich jungen Patientinnen, zu einem alternativen Analyseverfahren geraten. Im Regelfall ist dies die Sonographie aber auch eine Kernspintomographie der Brust kommt in Frage.

Dreifachbefundung und Abklärungsdiagnostik

Durch den Einsatz von Dreifachbefundung und Abklärungsdiagnostik soll das Ziel, möglichst wenige gutartige Mammatumore zu entfernen oder auch nur zu bioptieren erreicht werden. Für Biopaten sehen die in Deutschland gültigen Richtlinien mindestens 50% bösartige Tumore vor.

Brustkrebs-Vorsorge weltweit

In Deutschland wird auf Basis der "Europäischen Leitlinien für die Qualitätssicherung des Mammographie-Screenings" ein Mammographie-Screening Programm für Frauen zwischen 50 und 69 eingerichtet. Im Rahmen dieser Vorsorge-Aktion sollen 94 für die Untersuchung geeignete Einheiten bis Ende 2008 in ganz Deutschland eingerichtet und in Betrieb genommen werden.

In Den USA wird mit den Mammographiescreenings zur Vorsorge bereits bei Frauen ab 40 begonnen.