Brustkrebs Diagnose

Klinische Untersuchung

Sowohl bei der Selbstuntersuchung als auch bei der ärztlichen Vorsorge können unscharf begrenzte Knoten auffallen. Weitere mögliche Anzeichen sind:

  • Brustverhärtungen
  • Veränderungen von Größe und Umriss der Brust
  • verminderte Bewegung der Brust beim heben der Arme
  • dauerhafte Hautrötungen
  • verdickte Haut mit eingezogenen Stellen (Hauteinziehung, Apfelsinenhaut)
  • eingezogene oder entzündete Brustwarzen

Allgemeinere Symptome bei einer fortgeschrittenen Erkrankung sind unter anderem verminderte Leistungsfähigkeit und Kopfschmerzen.

Bildgebende Diagnostik

Mammographie

Sollte es bei der Sonographie oder beim Abtasten zu einem Befund gekommen sein wird dieser durch eine Mammographie abgesichert. Dazu werden Röntgenaufnahmen von der Seite und von oben angefertigt. Sollte es die Lage des Knotens erfordern können in seltenen Fällen auch mehr als zwei Aufnahmen nötig sein.

Sonographie

Umgekehrt wird ein Mammographiebefund immer sonographisch geprüft. Bei einer solchen Ultraschalluntersuchung werden gutartige Zysten erkannt. Von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung sind Schallköpfe mit einer Frequenz von mindestens 5MHz vorgeschrieben.

Galaktographie

Die Galaktographie wird nur dann eingesetzt wenn aus der Brustwarze ein Sekret abgesondert wurde. Für diese Untersuchung wird zunächst eine Kontrastflüssigkeit in den betroffenen Milchgang injiziert und anschließend eine Röntgenaufnahme angefertigt. Auf dieser Darstellung der Milchgänge können dann Tumore der Milchgänge sehr gut erkannt werden.

Kernspintomographie

Zur Kernspintomographie, MR-Mammographie oder MRT, wird nur bei invasiv lobulärem Mammakarzinom gegriffen um die Grenzen der Resektion abzuklären oder um dem Verdacht auf das Vorliegen mehrerer Tumorherde nachzugehen. Auch bei der Vorbereitung einer Biopsie kann das MRT eingesetzt werden um das zu entnehmende Gewebe zu lokalisieren.

Letzte Anwendungsbereich derKernspintomographie ist die, nach einer brusterhaltenen Therapie notwendige, Unterscheidung zwischen Narbengewege und neuen Tumoren in der operierten Brust.

Positronen-Emissions-Tomographie

Nicht zu den Routineuntersuchungen gehört die Positronen-Emissions-Tomographie. Beim PET wird eine leicht radioaktive Substanz im Körper durch viele Schnittbilder sichtbar gemacht um biochemische Prozesse sichtbar zu machen.

Zum Einsatz kommt das PET nur in Einzelfällen oder im Rahmen klinischer Studien um nach Lymphknotenmetastasen oder Tumoren zu suchen bei deren Aufspürung alle anderen Verfahren gescheitert sind.

Metastasen Erkennen

Zum Aufspüren von Metastasen von einer Operation können verschiedene Verfahren eingesetzt werden:

  • Knochenszintigramme
  • Computertomographie
  • Röntgenaufnahmen der Lunge
  • Sonographie der Leber
  • Kernspintomographie

Gewebeentnahmen

Wurde in einem der bildgebenden Verfahren ein Tumor erkannt gilt es seine Gut- oder Bösartigkeit zu bestimmen. Dazu ist es nötig mittels Stanzbiopsie, selten auch Vakuumbiopsie, Gewebeproben zu entnehmen und auf Krebszellen zu untersuchen.

Stanzbiopsie

Für die Stanzbiopsie wird eine Nadel in die Brust eingeführt und ihre Position per Ultraschall kontrolliert. Dann wird mit dem Stanzmechanismus eine Gewebeprobe entnommen. Da das Stanzen ein plötzliches, lautes Geräusch von sich gibt muss der Patient gut vorbereitet werden und darf sich nicht erschrecken. Der Vorgang wird mehrmals wiederholt um Proben aus verschiedenen Bereichen sammeln zu können.

Vakuumbiopsie

Um eine Vakuumbiopsie durchführen zu können wird die Brust der Patientin mit einem kleinen Schnitt geöffnet und die Spezialnadel eingeführt. Diese ist hohl und erzeugt einen Unterdruck um ein Stück Gewebe einzusaugen. Dieses wird von einem in der Nadel rotierenden Messer abgetrennt und kann dann nach außen abgeführt werden. Im Gegensatz zur Stanzbiopsie sind keine weiteren Einschnitte nötig, dass die Vakuumnnadel einfach in eine andere Position gebracht werden kann um eine weitere Probe zu entnehmen.

Für tastbare oder per Ultraschall sichtbare Befunde eigentlich immer die Stanzbiopsie verwendet. Die Prüfung von Tumoren die per Kernspintomogramm entdeckt wurden nimmt man die Vakuumbiopsie.

Nach der Operation

Wurde ein Tumor als bösartig eingestuft, wird das Karzinom das entnommene Gewebe weiter untersucht. Untersucht werden unter anderem der Status der Hormon- und HER2/neu-Rezeptoren und der Entartungsgrad.

Nach der operativen Entfernung wird das Präparat histologisch untersucht. Diese Untersuchung gilt dazu sicherzustellen, dass es sich nicht um einen vor der Op nicht erkannten Befall handelt. Entferne Lymphknoten werden auf Metastasen untersucht.

Anhand der Größe des Karzinoms und der Anzahl der befallenen Lymphknoten erfolgt die TNM-Klassifikation von der die Prognose und die weitere Behandlung abhängen.